Die Qual der Wahl...

… wenn dann endlich alle planerischen Vorarbeiten erledigt sind, der Kaminkehrer sich die Situation vor Ort angesehen und sein vorläufiges O.K. dazu erteilt hat, dann sind Sie an der Reihe, um sich einen für Sie und Ihre Situation vor Ort passenden Ofen auszusuchen.
Sie haben dabei wirklich die Qual der Wahl und wir möchten Sie deshalb mit ein paar Informationen zu den verschiedenen Öfen unterstützen…

Kaminofen...

Der Kaminofen ist für die meisten Menschen das, was man sich heute als Ersatz für die Lagerfeuerromantik vorstellt. Ein Kaminofen schafft auf kleinsten Raum eine angenehme Wärme und die eingebauten Sichtscheiben sorgen für freien Blick auf lodernde Flammen und glühende Scheite. Herz - was willst du mehr.

Gerade für kleinere Wohnungen ist ein Kaminofen das ideale “Zweitgerät“ für das Heizen Ihrer Räume. Positiver Nebeneffekt der geringen Größe ist, dass Sie den Ofen bei einem Umzug mitnehmen können. Diese Öfen werden in der Regel anschlussfertig geliefert, sodass sie nur noch für den Anschluss an den Schornstein sorgen müssen.

Ein Kaminofen ist eigentlich dafür vorgesehen, sogenannte Konvektionswärme abzugeben - das ist die Wärme, die direkt beim Verbrennen des Brennmaterials entsteht. Der Ofen ist immer dann warm, wenn er brennt. Danach lässt die Wärme nach.
Deshalb gibt es neben nicht ummantelten Modellen (zum Beispiel komplett aus Gusseisen),  im Handel auch Modelle, die mit einer wärmespeichernden Ummantelung versehen sind, und nicht nur Konvektionswärme zu erzeugen, sondern auch Strahlungswärme.

Dieser Mantel kann aus Kacheln, Speckstein oder auch Natursteinen bestehen, die die Wärme speichern und langsam abgeben. So hat man mit einem ummantelten Kaminofen einen ähnlichen Effekt, wie mit einem Kachelofen, wenn auch nicht so intensiv.

Eine Variante des Kaminofens mit höherer Effektivität ist der Sturzbrand-Kaminofen. Im Gegensatz zu einem normalen Kaminofen sind dabei eigentlich zwei Brennkammern in den Ofen eingebaut. In die eine, wird das Holz eingefügt und dort praktisch vorerhitzt, sodass zunächst die Feuchte verdampft und das Holz normal verbrennt. Danach gelangt das glühende Holz in die untere Brennkammer, wo es dann vollständiger verbrennt, als bei einem normalen Kaminofen.  Durch diese vollständige Verbrennung ist der Sturzbrand-Kaminofen effektiver als seine Kollegen mit nur einer Brennkammer.

Für alle, die mit dem  Thema „Brennholz“ nichts anfangen können, gibt es eine Spezialversion im Kaminofenbereich – den Pellet-Kaminofen. Der Unterschied zu den herkömmlichen Kaminöfen liegt in der Befeuerung – statt Holzscheiten werden hier Holz-Pellets verwendet, die – aus einem Vorratsbehälter im Ofen – automatisch nachgeführt werden, so dass man nicht ständig nachfüllen muss und den Ofen auch mal einige Zeit unbeaufsichtigt lassen kann, während er weiter brennt und sich selbst nachlegt. Bei dieser Variante entfällt dann natürlich das Sägen, Hacken, Stapeln und Tragen des Brennholzes komplett, dafür zeigen sich die Flammen beim Verbrennen der Pellets nicht so schön, wie bei der Befeuerung mit Scheiten.

Für alle, die ihren Ofen noch effektiver nutzen möchten, gibt es Kaminöfen, die an den normalen Wasser- / Heizkreislauf des Hauses  angeschlossen werden und so bei jedem Brennvorgang automatisch Brauchwasser aufheizen und in einem Heißwasserspeicher puffern.

Der Klassiker… Kachelofen...

Bei dem Wort Kachelofen hat man oft ganz schnell ein Bild vor Augen, das nicht wirklich vorteilhaft ist. Ein riesiger Kasten mit uralten Fliesen verkleidet, bei denen die Farbe kaum noch zu erkennen ist. Aber dieses Bild verfliegt ganz schnell, wenn man sich die neuesten Varianten dieser Ofenart ansieht.

Ein Kachelofen muss nicht automatisch immer mit Ofenkacheln oder Fliesen verkleidet sein. Viele dieser Öfen sind gemauert und eventuell verputzt oder auf andere Art und Weise verkleidet. Natürlich eignen sich für einen „echten“ Kachelöfen nicht alle Materialien, weil die Besonderheit dieses Ofens ja darin steckt, dass die „schnelle“ Wärme, die durch das Verbrennen von Holz entsteht, möglichst lange gespeichert und langsam abgegeben wird. Dafür sind die im Ofen eventuell enthaltenen Steine verantwortlich, aber eventuell auch das Außenmaterial.

Ein Kachelofen wird in erster Linie zum grundsätzlichen Beheizen von einem oder auch mehreren Räumen verwendet (Grundofen), weil er eine gleichmäßige Heizleistung bietet, die über einen langen Zeitraum anhält. Die Befeuerung erfolgt über einen gusseisernen Einsatz, oder auch einen gemauerter Feuerraum aus Schamott-Steinen. Mittlerweile sind auch beim Kachelofen große Sichtscheiben üblich, durch die man die Flammen beobachten kann. Die Wärme wird über Lüftungsgitter in die Räume abgegeben, was für ein angenehmes Raumklima sorgt.

Kachelöfen können im Prinzip komplett nach Ihren Vorstellungen aufgebaut werden. Damit werden Sie allen baulichen Anforderungen ohne Probleme gerecht, und gleichzeitig auch Ihren Wünschen, was das Aussehen des Ofens betrifft. Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, allerdings liegt der Preis für solche Öfen auch in ganz anderen Regionen, als bei einem Kaminofen.

Für nostalgisch veranlagte Menschen und Feinschmecker gibt es noch eine Variante des Kachelofens, in die ein holzbefeuerter Herd integriert ist, mit dem Sie Ihre Leckereien direkt vor Publikum kochen, braten und backen können. So nutzen Sie die Energie gleichzeitig zum Heizen und Kochen. 

Heizkamin…

Ein Heizkamin ist ein Ofen, der versucht, die Vorzüge des Kaminofens mit den Vorteilen des Kachelofens zu vereinen. Diese Öfen sind normal nicht ganz wo wuchtig wie Kachelöfen und haben ein großes Sichtfenster, durch das man die Feuerstelle wirklich klasse sehen kann.

Der Ofen heizt direkt durch Sichtscheibe mit Konvektionswärme, und zusätzlich durch Warmluft, die im Ofen erhitzt und dann gezielt im Raum verteilt wird (Strahlungswärme). Dabei ist es auch möglich, die Warmluft in andere Räume zu leiten.

Wie beim Kachelofen wird hier in erster Linie der Kaufpreis abschrecken – man muss schon tief in die Tasche greifen, um so effizient heizen zu können – ganz abgesehen von den baulichen Veränderungen, die da evtl. nötig sind.

Offener Kamin...

Wer kennt diese Stimmungskanone nicht aus unzähligen Western oder Herz-Schmerz-Filmen. Ein romantischer Abend zu zweit auf einer einsamen Berghütte – das geht ohne offenen Kamin praktisch gar nicht. Und es gibt ihn wirklich…

Ob Sie sich so einen offenen Kamin aber tatsächlich anschaffen möchten, sollten sie sich aber wirklich gut überlegen. Außer der einmaligen Stimmung hat diese Kamin-Art eigentlich keine Vorteile und aus Sicht eines Energieberaters würde so ein Ofen wohl zu Herzattacken führen.
So hat der offene Kamin einen hohen Holzverbrauch, weil nur ca. 25% der verbrauchten Energie tatsächlich in Wärme umgewandelt werden, die bei Ihnen im Raum ankommt (bei einem modernen Kaminofen sind es 75 %). Außerdem ist er bei Kindern im Haushalt äußerst gefährlich und die Schmutzbelastung ist auch nicht zu unterschätzen.  Also – vielleicht auf ein bisschen Romantik verzichten und sich für eine andere, effizientere Lösung entscheiden.

Fazit…

Für die Beheizung von großen Räumen und in jedem Fall für mehrere Räume ist ein Grundofen – z.B. als Kachelofen – in jedem Fall die richtige Wahl, weil bei diesen Öfen Wärme gespeichert und langsam abgegeben wird.

Für alle anderen Fälle ist ein moderner, hocheffizienter Kaminofen – ggf. mit Speicherfunktion in Form einer Stein-Ummantelung genau richtig. Leicht aufzustellen, einfach zu bedienen, formschön und in Material- und Farb-Varianten zu bekommen -  und wenn es sein muss ist er auch mobil.

Was will man mehr.
Stellen Sie sich doch schon mal Ihren Kaminofen in Ihrem Wohnzimmer vor – draußen ist es so richtig knackig kalt – und bei Ihnen in der Wohnung prasselt das Feuer, die Scheite knacken und Teekanne pfeift. So sieht „Wohlfühlen“ aus – lassen Sie sich das nicht entgehen.

Wir stehen Ihnen gern für Fragen – und natürlich Antworten – zur Verfügung, versuchen Ihnen mit Rat und Tat zu helfen und Sie passend zu unterstützen.

Kommen Sie vorbei und fragen sie nach.

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