Wer möchte nicht gern ein bisschen verwöhnt werden...

Wenn Sie gern eine absolut pflegeleichte Rasenfläche hätten, die absolut nie gedüngt werden muss und auch nie gemäht, dann sollten Sie Ihren Garten wohl am besten betonieren und grün anstreichen. Beton, grüne Farbe und Farbroller bekommen Sie bei uns im Markt in wirklich großer Auswahl. Für den Einen oder Anderen ist die Lösung vielleicht gar nicht so unattraktiv.

Aber die meisten von uns möchten natürlich lieber einen echten, tollen Rasen haben und genießen. Deshalb geht es hier auf dieser Seite um das Hegen und Pflegen…

 

Vertikutieren , Filz beseitigen und Belüften…

Neben Wasser  und einigen Nährstoffen braucht Ihr Rasen auch ausreichend Luft. Deshalb ist im Frühjahr (Mitte bis Ende März) und / oder im Herbst (Anfang bis Mitte September) „Vertikutieren“ angesagt – aber was ist das eigentlich?

Im Prinzip bearbeiten Sie Ihren guten und teuren Gartenboden brutal und ohne Erbarmen mit scharfen (manchmal auch stumpfen) Messern, bis er endlich anfängt zu atmen. Hört sich natürlich abartig an, ist aber wirklich gut für Ihren Boden.

Die Oberfläche wird durch den Vertikutierer angeritzt, gleichzeitig wird Moos und Filz (Mulch) entfernt. Dadurch wird der Boden „freier“, bekommt mehr Sauerstoff ab und nimmt auch mehr Sauerstoff auf. Beim Vertikutierer sollten Sie die „Ritztiefe“ auf ca. 4 bis max. 5 mm einstellen.

Vom Zeitpunkt her liegen Sie mit dem Vertikutieren richtig, wenn Sie im Frühjahr  nach dem ersten Düngen auch schon einmal gemäht haben. In jedem Fall bitte immer erst Mähen und dann Vertikutieren – so wirkt das einfach gründlicher. Nach dem Vertikutieren immer schön gründlich wässern  -  das ist wie die Hautcreme nach dem Peeling (oder das Aftershave nach dem Rasieren).

Die Düngung

Um wirklich einen optimalen Zustand, bzw. ein „Traumbild von einem Rasen“ zu erreichen, werden Sie um das Düngen definitiv nicht herumkommen – und zwar schon Ab und Zu – einmal alle 2 Jahre wird sicher nicht reichen. Düngen heißt ja nichts anderes als dem Boden Nährstoffe zuzuführen – und die müssen eben immer wieder mal nachgeführt werden. Wir empfehlen, dreimal im Jahr zu düngen – im zeitigen Frühjahr, im Frühsommer und im späten Sommer. Das kommt aber auch immer darauf an, welche Rasensaat sie verwendet haben.

Wenn Sie zu wenig Düngen erkennen Sie das in der Regel schnell an der recht blassen Farbe und/oder einem geringen Wachstum.

 Je nach Bodenart muss unterschiedlich oft, bzw. mit unterschiedlichen Mengen gedüngt werden. Recht sandige Böden haben einen erhöhten Düngebedarf, eher lehmige Böden brauchen weniger.
Gedüngt wird in der Regel während der Frühlings- und Sommermonate – ca. von April bis September.

Im Rasendünger enthalten sind normal  Stickstoff, Phosphor und Kalium, bzw. Eisen.
Sie müssen aber jetzt natürlich nicht jedes Mal die Apotheker-Waage schwingen, wenn Sie ihrem Rasen etwas Gutes tun möchten – besser Sie greifen auf erprobte Langzeitdünger zurück.

Die enthalten die Nährstoffe in einer vernünftigen Mischung und sind sehr lang anhaltend in der Wirkung. Wenn Sie die auf den Verpackungen angegebene Dosierung wirklich einhalten, umgehen Sie außerdem das Risiko, dass der Dünger Ihren Rasen verbrennt, oder dass sich Pilze festsetzen. Also bitte an die Dosierungsanleitung halten.

Wenn Sie Ihren Rasen kein Kombiprodukt wie den Langzeitdünger zuführen möchten, sollten Sie vorher wissen, was Ihr Rasen eigentlich für ein Problem hat. Das lässt sich meist leicht feststellen, wenn Sie Ihren Rasen einem pH-Test unterziehen.  Anhand des Ergebnisses lässt sich feststellen, bei welchen Nähstoffen Mangel herrscht und entsprechen Abhilfe schaffen.

Wir beraten sie gern zu einem pH-Test und natürlich auch zu den richtigen Düngern.

WICHTIG - Ein spezieller Fall ist der Eisendünger – der ist nämlich in der Regel extrem giftig.
Eisensulfat-Dünger verwendet man da, wo wenig Sonne auf den Rasen fallen kann und dann z.B. viel Moos wächst. Sie sollten darauf achten, dass Sie mit dem Dünger keinen direkten Hautkontakt haben und dass der Dünger auch nicht auf empfindliche Stellen trifft (z.B. helle Terrassenplatten).

Kalkdünger verwenden Sie zur Steigerung des pH-Wertes bei Ihrem Boden –er wirkt der Versauerung entgegen.

Hornspäne/Horndünger heißt so, weil er aus zerkleinertem Horn oder Hufen hergestellt wird – dieser Dünger ist also rein natürlich. Damit kann man diesen Dünger praktisch nicht überdosieren. Der Horndünger setzt viel Stickstoff frei, was für das Wachstum der Pflanzen richtig gut ist und auch nachhaltig hilft.

Blaukorn hat seinen Namen von der bläulichen Färbung des Granulats und ist ein Allround-Dünger, der Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält. Der Effekt liegt vor allem beim Längenwachstum des Rasens.
Beim Blaukorn müssen Sie besonders auf die Dosierung achten (je nach Konzentration und Zusammensetzung unterschiedlich) und auch auf das  Wetter – zu trockenes und zu heißes Wetter in Verbindungmit diesem Dünger verbrennt Ihren Rasen unter Umständen.

Für die gleichmäßige Verteilung und eine genaue Dosierung von Düngemitteln und  Samen verwenden Sie am besten einen Streuwagen – den erhalten Sie natürlich bei uns im Markt – genauso wie alle genannten Düngemittel (und noch ein paar mehr).

Die Bewässerung

Selbstverständlich hat Ihr Rasen im Lauf eines Gartenjahres auch mal  anständig Durst – vor allem in richtigen Trockenperioden. Und zu einem richtigen satt-grünem Prachtrasen gehört die richtige Bewässerung wie  die Schaumkrone auf einem Glas frisch gezapften Bier. Fragt sich dann nur, Wie, Wie oft und Wann?

 Rasen muss nicht  täglich gewässert werden, wie das ggf. bei anderen Gartenpflanzen der Fall ist. Wasser braucht der Rasen bei Trockenheit (Fingerprobe?) und auf jeden Fall dann, wenn Ihr Rasen schon leicht welk aussieht – dann sollten Sie aber wirklich schnell wässern.

Grundsätzlich bitte darauf achten, lieber weniger oft  zu wässern, dafür aber intensiver, damit die Wurzeln wirklich gut befeuchtet werden (die liegen so ca. 15 cm unter der Erde,  da muss es also schon etwas „regnen“, bevor da Wasser hinkommt).
Und bei der Bewässerung darauf achten, dass der Wasserstrahl die Oberfläche nicht beschädigt (also keine scharfen Wasserstrahle auf den Rasen richten). Optimal ist Ihre Bewässerung, je näher sie einem natürlichen Regen ist.

Bei eher lockeren Böden reicht pro Quadratmeter eine Flüssigkeitsmenge von ca. 10 bis 12 Litern aus. Bei festen Böden (z.B. Lehm) brauchen Sie mehr Wasser (ca. 15 bis 18 Liter), müssen dafür aber nicht so oft wässern.
Wenn Sie feststellen möchten, wie viel es bei Ihnen „regnet“, bzw. wie viel Wasser bei Ihrer Bewässerung im Boden ankommt, verwenden Sie einen Regenmesser – die gibt es natürlich in verschiedenen Ausführungen bei uns im Markt.

Für eine optimale Wasserverteilung sorgen schwenkbare Rasenregner. Die gibt es in unterschiedlichen Größen – für verschieden große Rasenflächen – und z.B. als Rechteckregner (für rechteckige Flächen) oder Kreisregner, bzw. Segmentregner (für eher unregelmäßige Rasenflächen). Viele moderne Geräte kann man genauestens auf die zu beregnende Fläche einstellen.

Besonders bequem sind automatische (ggf. versenkbare) Beregnungsanlagen, die in der Regel mit einem Bewässerungscomputer verbunden sind (der Ihnen dann die Arbeit abnimmt). Teils sind hier auch Sensoren im Einsatz, um die Feuchte zu messen – nach oben gibt es dabei kaum Grenzen.

Thema Wasser sparen...

Mit Ihrer automatischen Anlage oder auch mit den schwenkbaren Rasenregnern sind Sie ja an die Wasserleitung gebunden – außer Sie verwenden zu Ihrem Regenfass eine passende Regenfasspumpe, an die Ihre Rasenregner montiert werden können. Da kann nur die zur Verfügung stehende Wassermenge zum Problem werden.
Regenfässer in vielen Varianten und passende Pumpen erhalten Sie natürlich auch bei uns im Markt.

Wasser sparen können Sie aber auch wenn Sie Ihren Rasen am frühen Morgen oder späten Abend beregnen – dann verdunstet weniger Wasser, als tagsüber bei direkter Sonneneinstrahlung und Ihr Rasen bekommt mehr Wasser ab  - die Bewässerung ist intensiver und Sie müssen weniger oft „sprengen“.