Nicht sichtbar – aber extrem wichtig!

Wenn Sie einen Handwerker fragen, werden Sie zum Thema „Unterbau“, bzw. „Vorbereitung“ immer die gleiche Aussage erhalten: Alles was Sie in die Vorbereitung und den Unterbau nicht an Know-how und Qualität investieren, werden Sie später, wenn es dann an die sichtbaren Teile geht, doppelt bezahlen.

Dabei ist es heute eigentlich leichter denn je, einen professionellen Unterbau zum Beispiel für Fußböden und Wände aufzubauen. Wir leben schließlich im Zeitalter von Trockenbaumaßnahmen, bei denen man nicht mehr zwingend eine Mörtelmaschine anwerfen muss, um ein ansprechendes und qualitativ wirklich gutes Ergebnis zu bekommen.

Unterkonstruktion für Wandverkleidungen...

Die Unterkonstruktion für Wandverkleidungen besteht in den meisten Fällen aus einer Lattung, die direkt auf dem darunterliegenden Mauerwerk befestigt wird. Die Holzlatten (Dachlatten) werden dafür in gleichen Abständen vertikal direkt an der Wand festgebügelt. Für manche Wandverkleidungen sind aber auch horizontale Lattungen nötig. Das hängt natürlich auch davon ab, ob Ihre Wandverkleidung horizontal oder vertikal befestigt werden soll.
Welche Abstände zwischen den einzelnen Latten richtig sind, können Sie den Anleitungen und Gebrauchsanweisungen entnehmen, die der von Ihnen ausgesuchten Wandverkleidung beiliegt (zum Beispiel Paneele).

Trockenbauwände...

Mit Trockenbau-Systemen lassen sich auf relativ einfache Art und Weise Zwischenwände einziehen, um so komplette neue Räume zu schaffen. Natürlich ist auch z.B. der Aufbau von Raumteilern oder der Aufbau von Hinterwandkonstruktionen (zum Beispiel für die Anbringung eines WCs im Sanitärbereich) relativ problemlos möglich.

Diese hohe Flexibilität bedeutet aber auch, dass Sie sich bereits vor der Beschaffung des Materials darüber bewusst sein sollten, welche Anforderungen eigentlich erfüllt werden müssen. So gibt es bei den für Trockenbauwände in der Regel verwendeten Gipskartonplatten, Varianten mit höherer Tragkraft, oder auch Varianten, die speziell für Sanitärräume geeignet sind. Es gibt Schallschutzplatten, oder auch Platten die besonders leicht formbar sind (zum Beispiel für halbrunde Konstruktionen). Natürlich beraten wir Sie bei uns im Markt gerne zu den für Sie genau richtigen Materialien.

Unabhängig vom beabsichtigten Zweck wird für den Unterbau von Trockenbauwänden sogenanntes Ständerwerk verwendet. Das Ständerwerk kann sowohl aus Konstruktionsholz bestehen, dass Sie selber auf das entsprechende Maß bringen und zusammenbauen können, oder auch aus  Metallprofilen, die eigens für diesen Zweck erhältlich sind. Bei den Metallprofilen unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen-Arten: U-Profil für den Rahmen (zur Befestigung an Wand, Boden, Decke) und C-Profile für das Ständerwerk der Gipskarton- oder OSB-Platten.

Die U-Profile werden wie gesagt zum Beispiel am Fußboden befestigt. Die C-Profile werden ähnlich der Holz-Unterkonstruktion bei Wandverkleidungen in gewissen Abständen vertikal befestigt. Die Abstände hängen wieder von dem von Ihnen verwendeten Platten ab.
Spätestens jetzt müssen Sie eine Entscheidung treffen, ob für Ihren Zweck ein einfaches Ständerwerk ausreicht, oder ob Sie ein doppeltes Ständerwerk brauchen. Wenn Sie zum Beispiel Heizungs- oder Sanitärtechnik in der Wand verstecken wollen, kommen Sie um ein doppeltes Ständerwerk nicht herum.

Steht das Ständerwerk komplett in der Größe und Form, in der Sie ihre Wand haben wollten, bringen Sie zuerst auf der einen Seite die Beplankung an. Dann verlegen sie im Innenteil des Ständerwerks die Stromkabel zum Beispiel für Steckdosen oder Lichtschalter. 

Jetzt beginnen Sie mit der Befestigung der Trennwandplatten an den C-Profilen. Diese Platten sind übrigens wärmedämmend und schallisolierend.  Zur Verschraubung verwenden Sie spezielle bei uns erhältliche Trockenbauschrauben (Schnellbauschrauben).

Da, wo keine ganzen Platten verwendet werden können, sind die Gipskartonplatten relativ leicht auf das richtige Maß zu bringen, indem Sie mithilfe eines entsprechend langem Metall-Lineals und eines Cutter-Messers die Papierschicht auf der einen Seite der Platte durchschneiden und die Platte dann an dieser Stelle über eine Kante brechen. So setzen Sie Ihre Trockenbauwand Stück für Stück zusammen. Dort, wo Steckdosen und Schalter angebracht werden sollen, schneiden Sie die entsprechenden Löcher mithilfe einer Stichsäge aus und arbeiten eventuell mit einer Feile nach. Vergessen Sie nicht, die Kabel aus dem Inneren der Wand durch die Löcher zu ziehen, bevor Sie die Platte am Ständerwerk befestigen.

Wenn die Wand komplett steht, verspachteln Sie die Fugen zwischen den einzelnen Platten und alle Schraublöcher sorgfältig mit entsprechender Fugen-Füllspachtelmasse. Die Fugen können Sie zusätzlich mit selbstklebenden Fugenband verkleben, das verhindert Risse.

Lassen Sie die Spachtelmasse ausreichend trocknen, dann ist Ihre Trockenbauwand fast fertig für die weitere Bearbeitung, wie zum Beispiel der Installation von Steckdosen, oder auch dem Streichen, Tapezieren oder Verputzen. Sie müssen nur noch daran denken, die Kanten glatt zu schleifen, dass eine glatte, plane Oberfläche entsteht.

Fußboden...

Ihren Fußboden werden Sie normalerweise dann renovieren, wenn  Sie entweder eine (neue) ebene Fläche benötigen, oder weil Sie den Fußboden dämmen möchten. Dabei gibt es immer mehrere Situationen:

Fußböden aus Beton
(zum Beispiel Bodenplatte/Kellerdecke des Hauses):

Um diese Fläche eben zu bekommen und entsprechend zu dämmen, wird normaler weise Fließestrich verwendet, der in die vorhandene Fläche gegossen wird und so praktisch von selbst eine ebene Fläche schafft. Bevor der Fließestrich aufgetragen wird können Sie direkt auf der Kellerdecke eine Dämmschicht aufbringen, die der Estrich dann umschließt. Genauso ist es natürlich möglich, an dieser Stelle eine Fußbodenheizung einzubringen. Dazu gibt es dann allerdings auch spezielle Heiz-Estriche, die für eine entsprechend gute Wärmeübertragung sorgen.

Der Nachteil der Fließ-Estriche ist die lange Trocknungszeit wegen des hohen Wasseranteils. Diesen Nachteil können Sie umgehen, wenn sie statt des normalen Materials sogenannten Gussasphalt-Estrich verwenden. Der wird im Vergleich zum normalen Estrich nur relativ dünn eingebracht und auch heiß verarbeitet. Innerhalb von ca. 3 Stunden kühlt der Gussasphalt-Estrich auf Zimmertemperatur ab und bereits am nächsten Tag  kann auf der Fläche zum Beispiel Laminat oder Teppichboden verlegt werden.

Fußböden aus Holz:

Fußböden aus Holz bestehen in der Regel aus einer Balkenkonstruktion (Unterkonstruktion) auf der Bodenbretter oder Fußbodenplatten verlegt sind.
Für die Dämmung solche Fußböden entfernen Sie zunächst die alten Bodenplatten und eventuell vorhandene alte Dämmung. In den Zwischenraum zwischen den Balken bringen Sie Klemmfilze oder sogenannte Dämm-Schüttung ein, die den kompletten Hohlraum bis zur Oberkante der Balkenkonstruktion füllen muss. Ist das erledigt, können Sie (je nach Zustand) die alten Fußbodenplatten wieder anbringen, oder zum Beispiel durch neue „Verlege-Spanplatten“ ersetzen, die bereits mit Nut und Feder ausgestattet sind, um eine möglichst ebene Fläche zu schaffen. Nach Befestigung der Fußbodenplatten kann dann wieder der entsprechende Bodenbelag (Parkett,  Laminat,  PVC, etc.) mit einer Unterlagsbahn verlegt werden.

Trockenbau-Boden:

Gerade für Altbauten bietet es sich an, den Fußboden nicht komplett aufzureißen und zu ersetzen, sondern mit den entsprechenden Materialien praktisch eine neue Fußbodenfläche auf der alten zu erschaffen.
Hier wird direkt auf den alten Fußboden eine Ausgleichs-Schüttung aufgebracht und entsprechend eben abgezogen. Dazu verwenden Sie am besten eine entsprechend lange Richtlatte. Die nötige Höhe der Stiftung hängt vom verwendeten Material und natürlich von den Begebenheiten in Ihren Räumen ab.

Direkt auf die Schüttung  werden dann entweder die entsprechenden Verlege-Platten verlegt, oder es wird vorher noch eine Schicht aus Dämm-Platten eingebracht. Alternativ dazu gibt es auch spezielle Trockenestrich-Elemente, bei denen teilweise dann auch der Einbau einer Fußbodenheizung möglich ist.

Egal, für welche der Varianten Sie sich entscheiden (müssen) - wir halten bei uns im Markt alle dafür nötigen Materialien und Werkzeuge für Sie bereit und beraten Sie selbstverständlich auch gerne zu den benötigten Mengen. Bringen Sie einfach das genaue Ausmaß ihres Raumes und eventuell auch ein Foto mit.

Dämmen, Dämmen, Dämmen...

Beim Renovieren geht es eigentlich immer auch gleichzeitig um das Thema „Dämmen“. Wenn man sich schon einmal die Arbeit macht, einen Raum oder einzelne Wände komplett zu erneuern, macht es natürlich auch Sinn, das Ganze dann gleich möglichst effektiv zu dämmen.
Im Prinzip gibt es für jeden Bereich der Renovierungsmaßnahmen spezielle Dämmstoffe im Handel, die Ihnen das Dämmen so einfach wie möglich machen und gleichzeitig sehr effektiv sind.

Zum Beispiel für die Zwischensparrendämmung Ihres Dachbodens erhalten Sie bei uns verschiedene Klemm-Filze, die zwischen Ihre Dachbalken passen. Natürlich erhalten Sie bei uns auch Dämm-Material für die Untersparrendämmung und sämtliches Zubehör für alle Dämm-Arten – von der Dampfsperrfolie bis zum Dichtband.

Eine Trockenbauwand dämmen Sie zum Beispiel mit entsprechenden Steinwoll-Dämmplatten, die passgenau für das Metall-Ständerwerk produziert sind (einfaches Ständerwerk). Für doppeltes Ständerwerk erhalten Sie bei uns entsprechend stärkere Dämmplatten, die zwischen die beiden Gipskartonplatten eingefügt werden.  

Für die Dämmung des Fußbodens verwenden Sie entweder Dämm-Material zum Schütten, was sich natürlich besonders gut für Zwischenräume und und schlecht zugängliche Stellen eignet. Alternativ dazu erhalten Sie fertige Dämm-Platten bei uns, die auch den Druck aushalten der beim Fußboden ja normalerweise entsteht.

Der Bereich „Dämmen“ ist mit all seinen Facetten so vielfältig, dass man kaum alle Möglichkeiten beschreiben kann. Sie können z.B. auch auf ökologisch hergestellte Dämmung aus Natur-Materialien zurückgreifen. Bitte nehmen Sie den Weg zu unserem Fachpersonal in Kauf und lassen Sie sich von uns vor Ort zu Ihrer individuellen Situation beraten. Neben den Standardlösungen gibt es ja auch noch viele spezielle Lösungen, die helfen können, Probleme zu überwinden.

Wir beraten Sie gern.

ACHTUNG!
Renovierungsarbeiten und deren Folgen sind nicht immer ganz ungefährlich! Gehen Sie kein Risiko ein und erledigen Sie nur Arbeiten, bei denen Sie sicher sein können, dass Ihnen und Ihrer Umgebung nichts passiert. Sind Sie unsicher, gerade bei Elektro- und  Sanitärinstallation, ziehen Sie unbedingt einen Fachmann dazu, der Ihnen die Hilfestellungen geben kann oder die Arbeiten für Sie ausführt.

Wir haben die Hinweise und Tipps auf diesen Seiten mit größter Sorgfalt und Genauigkeit ausgewählt und dargestellt. Achten Sie bei der der Anwendung auf  Ihre persönliche Sicherheit und die Sicherheit anderer Personen, tragen Sie eine  entsprechende Schutzausrüstung und sichern Sie Ihre Umgebung ab. Lesen Sie in jedem Fall und ohne Ausnahme vor der Anwendung die Gebrauchs- und/oder Dosierungsanleitungen der verwendeten Werkzeuge und Materialien und halten Sie sich an die Angaben in diesen Anleitungen. Bei nicht sach-, bzw. fachgemäßer Anwendung entsprechend der Anleitung, sowie bei Fehlgebrauch schließen wir jegliche Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden dadurch nicht eingeschränkt.