Welcher Bodenbelag passt für Deinen Boden?

Die Qual der Wahl beim Finden des wirklich richtigen Fußbodenbelags

Die Auswahl an Bodenbelägen ist riesig – nicht nur, was die verschiedenen Materialien betrifft, sondern auch das Design betreffend sind heute (fast) keine Grenzen mehr gesetzt. Fliesen, die wie Holzbohlen aussehen oder Echtholz-Parkett, dass wie eine Fliese aussieht – heute technisch alles kein Problem mehr. Um Euch die Entscheidung für Euren richtigen Bodenbelag vielleicht trotzdem ein bisschen zu erleichtern, haben wir hier ein paar Merkmale zu den verschiedenen Materialien zusammengestellt:

• Teppichboden
• Laminat
• Parkett
• Dielenboden
• Fliesen
• Kork
• Linoleum
• PVC/Vinyl
• Beton

Neben den Materialeigenschaften, der Optik und dem „Fußgefühl“ (ist ja wichtig, dass sich Eure Füße auf dem ausgesuchten Bodenbelag wohl fühlen) solltet Ihr heute aber sicher auch das Thema „Wohngesundheit“ (Schadstofffreiheit) und auch den ökologischen Fußabdruck des ausgesuchten Bodenbelags, bzw. die verwendeten Rohstoffe in Eure Entscheidung einfließen lassen. Die entscheidenden Infos dazu erhaltet Ihr bei uns im Markt…

Außerdem immer darauf achten, ob Euer neuer Fußboden ggf. für Fußbodenheizung geeignet ist (sofern von Euch gewünscht) und ob der Fußboden z.B. für Schreibtischstühle (Rollen) aushält. Siehe dazu auch Tipp „Nutzungsklassen“ weiter unten…


Teppichboden:

„DER“ Bodenbelag überhaupt – in den letzten Jahren durch Laminat und Vinyl ein bisschen abgedrängt, „kommt“ der Teppichboden jetzt wieder voll in Fahrt. Warme Füße, gemütliche Atmosphäre, leicht zu verlegen und auch noch schallschluckend – was will man mehr. Auch für Allergiker sind Teppichböden übrigens nicht ausgeschlossen, manchmal (je nach Allergie) sogar besser als Laminat und Co. – dazu sollten Sie sich beraten lassen.

Laminat:

Dieser Bodenbelag besteht aus einem Trägermaterial (meist Holzfaserplatten) und einer aufgesetzten Dekor-Lamination (eigentlich ein Druck – erhältlich in vielen möglichen und unmöglichen Designs). Beides zusammen macht das Laminat relativ widerstandsfähig und in der Oberflächen-Lamination auch unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Da Laminat heute aber in der Regel per Klick-Technik „schwimmend“ verlegt wird (also nicht verklebt), sind die Fugen zwischen den Einzelpaneelen allerdings problematisch, was Feuchtigkeit angeht – wenn da z.B. Putzwasser eindringt, kann das Laminat quellen und Wellen werfen. Also bitte nur feucht wischen, nicht nass.
Die Klick-Technik macht das Verlegen aber auch für Laien in Eigenregie möglich – bitte entsprechend Rat bei uns einholen und auf jeden Fall an die Trittschalldämmung denken, sonst wird es ggf. ein bisschen laut beim Auftreten…

Parkett:

Parkett besteht immer aus Echtholz – entweder komplett massiv (Einschichtparkett) oder auch aus versch. Trägerschichten mit einer Deckschicht aus Massivholz (Mehrschicht-Parkett). Die Echtholz-Schicht muss mindestens 2,5 mm stark sein, sonst darf der Bodenbelag nicht als „Parkett“ bezeichnet werden. Parkett wird an der Oberfläche immer versiegelt, was die Reinigung erleichtert. Diese Versiegelung muss in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden.
Ein Vorteil des Echtholz-Parketts ist die Tatsache, dass die Oberfläche wenn nötig abgeschliffen und neu versiegelt werden kann (dann ist das Parkett wie neu und auch grobe „Schnitzer“ sind reparabel). Außerdem ist Echtholz eben Echtholz – schon die Maserung ist an keinen zwei Stellen gleich und Sie haben ein Naturprodukt in Ihrem Wohnzimmer liegen, das immer exklusiv und gemütlich wirkt. Auch Parkett gibt es mittlerweile als Klick-Variante, die auch Laien erlaubt, sich an das Verlegen von Echtholz zu wagen.


Dielenboden:

Echter Dielenboden (Schiffsboden) besteht aus Massivholz-Brettern, die im Gegensatz zum Parkett durch ihr großes Format auffallen. Langdielen können auch mal bis zu 5 oder 6 Metern lang sein (für große Räume optimal) – Kurzdielen sind ein ganzes Stück kürzer, dadurch aber auch leichter zu verlegen. Neben den Echtholzdielen gibt es auch hier eine Variante, die auf einem Trägermaterial eine dünne Echtholzschicht aufsetzen – diese Dielen nennt man Landhausdielen.
Wichtig bei den Echtholzdielen ist der Trocknungsgrad, damit die Dielen nach dem Verlegen nicht reißen (die Feuchte sollte unter 10% betragen). Außerdem ist es zwingend nötig, Dielen nach dem Verlegen zu versiegeln, sofern die dielen nicht bereits ab Werk vorbehandelt sind.

Fliesen:

Für bestimmte Räume (z.B. Bad oder auch Küche) einfach praktisch, weil absolut wasserdicht und pflegeleicht – aber auf Grund der vielen verschiedenen Designs, der vielen Möglichkeiten der Zusammenstellung versch. Farben und Materialien und auch durch viele erhältliche Effekte (von Mosaiken bis hin zu LED-Lichteffekten in den Fliesen) auch ein absolut hochwertiger und langlebiger Bodenbelag für die verschiedensten Wohnräume. Fliesen können aus einem Raum einen echten Hingucker machen. Die Verlegung ist nur etwas für geübte Handwerker oder Profis – auch, weil bei Fliesen im Wohnbereich eine Fußbodenheizung praktisch Pflicht ist (könnte sonst kalt werden).


Unser TIPP zwischendurch:

Wichtig für die richtige Auswahl Ihres Fußbodens ist auch die Belastung, die Ihr Boden aushalten muss. Bei uns in Deutschland wird im privaten Bereich in drei Nutzungsklassen unterschieden – NK21 mäßig (z.B. Schlafzimmer), NK22 normal (z.B. Esszimmer) und NK23 stark (z.B. Flur). Für den gewerblichen Bereich gibt es noch die Nutzungsklasse NK 31 bis NK 34 – für den industriellen Bereich die Klassen NK41 bis NK43. Welche Nutzungsklasse Ihr ausgesuchter Bodenbelag hat, finden Sie auf dem Etikett des Bodenbelags.

Kork:

Ein absolutes, reines Naturprodukt und damit ideal für alle, die unter ihren nackten Füßen keine Kunststoffe oder andere – unnatürliche – Materialien haben möchten. Kork ist wasserundurchlässig, schallhemmend und wärmedämmend (also immer ein angenehmes „Fußgefühl“), kann in Sache „Ökologie“ aber noch mehr. So ist Kork antistatisch und sorgt außerdem für ein gesundes Raumklima, in dem das Material Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und auch wieder abgeben kann. Sie haben so praktisch einen automatischen Luftfeuchtigkeitsregler im Raum. Gerade, wer zu Hause gerne barfuß läuft, wird Kork schnell zu schätzen wissen – auch wegen der federnden Eigenschaften des Materials beim Gehen.
Auch Kork ist mittlerweile versch. Optiken (z.B. Holz oder Stein) erhältlich, so dass man nicht mehr nur die übliche „Korkoptik“ vor Augen haben muss, wenn man über diesen Bodenbelag nachdenkt.

Linoleum:

Die meisten Leute denken, Linoleum ist eine Kunststoffart. Zugegeben sieht Linoleum auch so aus, das ist aber tatsächlich ein reines Naturprodukt – und zwar ein Kompositmaterial aus verschiedenen Naturprodukten wie z.B. Jutefasern, Harzen oder auch Leinöl.
Linoleum ist sehr elastisch und auch leicht zu verarbeiten – außerdem natürlich sehr pflegeleicht, wasserunempfindlich und antibakteriell. Eine echte „natürliche“ Alternative zu den PVC- oder Vinyl-Bodenbelägen (und übrigens komplett kompostierbar!).


PVC-Bodenbeläge / Vinyl-Bodenbeläge:

Die PVC-Bodenbeläge ereilte in den letzten Jahrzehnten ein ähnliches Schicksal wie den Teppichböden – die waren einfach nicht mehr so richtig „cool“. Das ändert sich gerade auch wieder ein Stück weit, seit die Industrie jetzt „Vinyl“ sagt statt PVC und seit die Vinyl-Böden in extrem vielen verschiedenen möglichen und unmöglichen Designs erhältlich sind – da sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Wirklich „coole“ Holz- oder Fliesenoptiken, oder auch Schiffsplanken- oder Metallträger-Optik – alles möglich.

In Bahnen verlegt ist der PVC/Vinyl-Bodenbelag gerade für beanspruchte Böden (z.B. im Flur) geradezu optimal – und er ist auch wasserdicht (also auch für Feuchträume geeignet). Bei den Klick-Varianten müssen Sie da aber bitte wieder ein bisschen aufpassen – da sind die Fugen zwischen den Klick-Elementen wieder das Problem. Dafür ist die Klick-Variante leichter zu verlegen.

Beton:

Vor einigen Jahren wäre blanker Beton als Bodenbelag wohl niemandem in den Kopf gekommen. Heute ist moderner Sichtbeton aber sehr beliebt. Logischerweise lässt sich der Betonboden ohne Probleme mit einer Fußbodenheizung kombinieren – die Wärme kommt praktisch direkt bei den Füßen an. Außerdem ist ein Betonboden sehr schallschluckend.

Bei der Optik muss es auch nicht bei tristem Grau bleiben – durch bestimmte Behandlungen des Betons oder auch dem Beimischen von z.B. Quarz oder Granit lassen sich spezielle Oberflächen-Effekte erzeugen, die dann eher an Naturstein erinnern, als an Beton. Die Verlegung ist absolut Sache eines Fachmanns – und bei ihm erfahren Sie auch die verschiedenen Möglichkeiten, die Oberfläche zu gestalten und gegen Schmutz zu versiegeln.

Hoffentlich konnten wir Euch ein bisschen dabei unterstützen, „Euren“ Bodenbelag zu finden. Wenn Ihr noch Fragen habt, kommt bitte einfach vorbei – wie stehen Euch gern zur Verfügung.